Mitteldeutsche Medienmacher diskutieren das Spannungsfeld zwischen Kostendruck und hochwertigen Inhalten in Leipzig – Ergebnisse auf www.mtm-blog.de
Die Debatte um den Qualitätsjournalismus ist nicht neu und wird bereits seit vielen Jahren geführt. Spätestens seit der Geburtsstunde des Privatfernsehens in Deutschland wird darüber gestritten, was „gute“ journalistische Inhalte ausmacht. Aktuell sind es Formate wie das so genannte „Scripted Reality“, in denen fiktive Schicksale in das Gewand einer vermeintlich echten Dokumentation gepackt werden, mit denen RTL und Co. viel Kritik ernten. Aus Sicht vieler Privatrundfunkmacher definiert sich Qualität vor allem über Quote. So stellte der langjährige RTL-Chef Helmut Thoma regelmäßig die Frage, wer denn eigentlich festlege, was Qualität ist.
Dass hingegen die Quote nicht alles sein kann, darauf legen Politiker und Medienwissenschaftler oftmals großen Wert, so zum Beispiel Prof. Dr. Michael Haller, der viele Jahre die Journalistik-Ausbildung an der Universität Leipzig geleitetet hat (mehr dazu im MTM-Blog). In der jüngeren Vergangenheit ist es das Internet, insbesondere das Web 2.0, das die Qualitätsdebatte anheizt. Nicht nur Zeitungsmacher warnen vor dem Niedergang des Qualitätsjournalismus.
Unbestritten ist, dass die Medienwelt in einem grundlegenden Wandel begriffen ist. Im Zeitalter von Web 2.0 sind Journalisten längst nicht mehr die alleinigen Anbieter von Informationen. Mit Laptop, Smartphone und Co. kann praktisch jeder zum Sender werden. Unter diesen Voraussetzungen stellt sich natürlich die Frage, wie Qualität definiert ist und auch was sie kosten soll oder muss. Die Fähigkeit, Quellen kritisch zu bewerten, wird ohne Zweifel immer wichtiger. Medienkompetenz ist gefragt.
Unter dem Motto „Preis schlägt Gratis – Die Renaissance der Vernunft“ stellte auch der
Medientreffpunkt Mitteldeutschland in diesem Jahr die Qualitätsfrage in den Mittelpunkt. Vertreter aus Medien, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft trafen sich dafür vom 2. Bis zum 4. Mai 2011 in Leipzig. Der Medientreffpunkt Mitteldeutschland wird veranstaltet
von den Landesmedienanstalten der drei mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gemeinsam mit Unternehmen der Medienbranche, dem Mitteldeutschen Rundfunk, der Stadt Leipzig, dem Freistaat Thüringen und dem Freistaat Sachsen. Ein Team von jungen Medienmachern der SAEK-Projekte von W + M 2000 hat sich den Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2011 zum Anlass genommen, um mit Experten und Entscheidern über Qualität in Medien und Medienausbildung aber auch über aktuelle Medienentwicklungen ins Gespräch zu kommen. Entstanden sind zahlreiche Videos, Beiträge, Statements, Kurzmeldungen und vieles Mehr. Antworten zum Monatsthema Mai „Qualität in Medien und Medienausbildung“ gibt es auf der Plattform www.mtm-blog.de unter anderem von:
• Stanislaw Tillich (Ministerpräsident Freistaat Sachsen)
• Prof. Dr. Roland Wöller (Kultusminister Freistaat Sachsen)
• René Falkner (Geschäftsführer SACHSEN Fernsehen)
• Erwin Linnenbach (Regiocast)
• Dr. Uwe Grüning (Präsident des Medienrates der SLM)
• Prof. Dr. Michael Haller (IPJ Leipzig)
• Prof. Bernd Schorb (Universität Leipzig)
• Tino Utassy (SLP)
• Dr. Maximilian Schenk (VZ-Netzwerke)
• Michael Sagurna (Mitglied des Medienrates der SLM)
• Dr. Tobias Schmid (RTL)